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Was die Essens-Bestellung über den Charakter verrät

Irgendwann sündigt jeder – und bestellt aus Faulheit oder Heißhunger Essen beim Lieferservice. Doch was man sich vom Fahrradboten bringen lässt, verrät ganz schön viel über die Persönlichkeit. Artikel erschienen am 26.10.2016 auf welt.de/icon.

KOREANISCHES BIBIMBAP

Wer das bestellt: Wer sich aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit eigentlich ein bisschen schämt, sich vom Fahrradboten Essen bis in den fünften Stock tragen zu lassen, rechtfertigt die Bestellung wenigstens mit dem Interesse an kulinarischer Vielfalt. Muss man ja mal probiert haben, so ein Bibimbap, das zeugt von interkultureller Sensibilität.

Nach Ergoogelung des authentischen Migrationshintergrundes des Bibimbap-Anbieters bestellt man bei Fooderidoo, da sollen die Arbeitsbedingungen besser als anderswo sein, hat zumindest mal irgendjemand erzählt. Anschließend hat man 30 Minuten Zeit, um einen Euro Trinkgeld zu suchen, bei Fooderidoo kann man das Trinkgeld blöderweise nämlich nicht gleich per Paypal online einziehen lassen. Es ergeben sich erhebliche Probleme, heutzutage hat ja niemand mehr Bargeld, neulich war die Schlange vorm Geldautomaten auch wieder so lang. Aus einer Krimskramsschale in der Küche klaubt man schließlich etliche Zehn-Cent-Stücke, nun die Entscheidung: Kann man dem Fahrradboten das wirklich zumuten?? Bevor es zu einem Entschluss kommt, klingelt es natürlich schon, ein freundlicher junger Mensch mit geröteten Wangen holt die Papptüten aus seinem Wärmerucksack. Man windet sich – und sagt schließlich etwas, das sämtliche guten Absichten unglaubwürdig macht: „Ich hab jetzt leider dummerweise gar kein Kleingeld, also wirklich nicht, also, deswegen bestell ich Essen im Internet, chm.“

Schmeckt’s denn wenigstens? Natürlich nicht! Spiegeleier gehören nun wirklich nicht zu den Gerichten, die man länger als 30 Sekunden warm halten kann.

Ihr Persönlichkeitsprofil: Sie pflegen das Image eines interkulturell bewanderten, den großstädtischen Gepflogenheiten zugewandten Zeitgenossen. Leider haben Sie nicht die Ressourcen, um Ihrer angelesenen Political Correctness durch Reiseerfahrungen etwas Leben einzuhauchen. Deshalb sollten Sie Bibimpap niemals mit Menschen bestellen, die schon mal länger in Seoul waren und sich angesichts der Reis-Salat-Pampe im Pappbecher mit Bedauern an die dortigen, irre guten Restaurants erinnern – Sie werden sich nur ärgern. Überhaupt: Geben Sie lieber weniger Geld für Internetbestellungen aus und sparen Sie auf eine Kulturreise, um Ihre Bekannten anschließend mit ganz viel Weltgewandtheit zu quälen.

Den Rest vom Artikel könnt Ihr HIER lesen – dann erfahrt Ihr auch, was das Bestellen von Pizza, Sushi, Burger und Chicken Wings über verrät! 

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