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Gebe ich zu viel Geld aus? 

Seitdem ich Paypal ordentlich eingerichtet habe, kann mich beim Online-Shopping nichts mehr stoppen. In den vergangenen drei Wochen hielt ich beispielsweise folgende Bestellungen für absolut lebensnotwendig: Zwei paar Schuhe (die mir beide nicht richtig passen, aber so schön sind, dass ich sie nicht zurückschicken konnte), ein wissenschaftliches Buch bei Amazon (das ich hoffentlich wenigstens aus der Plastikfolie pellen werde), ein Zeitschriftenregal (das ich vor ein paar Monaten während einer Schwedenreise entdeckt habe, woraufhin ich das gesamte Internet nach einer Bestellmöglichkeit durchforstete), ein T-Shirt mit einem aufgestickten J drauf (das mir hoffentlich nicht zu klein ist, ich leide unter einem ganz schönen After-Fashion-Week-Bäuchelchen), das neue BLOCK-Magazin (für den Journalismus spende ich immer! IMMER!), eine Handyhülle (ok – die brauchte ich wirklich. Kaum habe ich meine alte entsorgt, weil das Gummi komplett ausgeleiert war, fällt mein iPhone pro Tag ungefähr fünf Mal runter, vorzugsweise auf den Fliesenboden im Bad.)

Auf’s Konto traue ich mich jedenfalls nicht mehr zu schauen. Eigentlich wollte ich ja mal sparen, in Anbetracht möglicher unvorhergesehener Ausgaben, Steuernachzahlungen und ähnlich Schrecklichem. Außerdem wollte ich mir selbst beweisen, dass ich mit Geld umgehen kann, schließlich bin ich die Tochter eines Steuerberaters.

Instagram macht es einem übrigens sehr leicht, das Suchten nach Onlineshopping vor sich selbst zu rechtfertigen: Das sind ja man bloß die Blogger schuld, die einen tagtäglich mit Bildern ihrer angesammelten Luxusgüter überschwemmen, würde ich das nicht sehen, KÄME ich ja gar nicht auf die Idee, dass mir meine Wände zu kahl, mein Schrank zu leer und überhaupt mein ganzes Leben zu produktarm ist.

Ich hab mich ja schon immer sehr über Geschenke und neue Anschaffungen gefreut, bekam ich als Kind ein neues Paar Schuhe, “übernachtete” dieses neben meinem Bett. Aber dieser neue Hang zum wirklich ständigen Click&Buy irritiert mich doch sehr. Das will ich nicht. So will ich nicht sein. Wie kann ich das stoppen?! Ich bitte dringend um Ratschläge!

1 Kommentar

  1. volkerwiesner sagt

    Das ist ganz einfach. Anstatt auf Dinge einfach mal auf die eigene Wahrnehmung konzentrieren. Hört sich abgeschmackt und unverständlich an, meint aber das richtige. Niemand sieht, hört oder empfindet exakt so wie du. Das ist eine so verrückte Erkenntnis, danach muss man nichts mehr shoppen. Braucht man eigentlich nicht. So viel Krempel, den man aus Impulsen heraus kauft oder haben will. Weil man von der bunten Werbung so davon abgelenkt wird, dass man selbst gar nicht genug Zeit zum Leben hat um all das zu tun, was man nicht kaufen kann. Klingt komisch, ist aber so.

    Gefällt 1 Person

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